Wie die Zwerge geschaffen wurden ist in Mittelerde ja wohl bekannt. Denn es liegt ja
auf der Hand, wegen zu viel Licht über der Erde wurden sie, so sagt eine kurz angeschnittene
Legende, unter die Erde verbannt. So sagt ihre eigene Geschichte zur Erde Mutter und zum Berge
Vater.
Doch meine Geschichte beginnt viel später. Ich wurde als jüngster Zwerg nicht ganz nah am Einsamen
Berg geboren, doch ich beginne die Geschichte von vorn. Beziehungsweise da, wo das Ende meiner
Familie da war.
Also wir lebten in einer kleinen Wohnhöhle, in einem kleinen Berg, nicht weit weg vom Einsamen
Berg. Als wir eines Nachts von riesig, komisch brabbelnden Monstern überfallen wurden, die, so
schien mir als junge Brut, so hoch wie zehn Zwerge. Es müssen ungefähr hundert dieser Viecher
gewesen sein, die meine Eltern und meine Geschwister und letzten Endes auch meinen ehrenwerten
Großvater im eigenen Blut ersaufen ließen. Und keinen am Leben ließen. Außer mich, denn mich fanden
sie nicht.
Ich erzähle Euch nun von einer Schlacht die in keinem Geschichtsbuch auftaucht. Weil die, die sie
schreiben könnten lagen warm und weich in ihren Betten. Meine Brüder, meine Eltern saßen am Feuer.
Mein Großvater hatte mir schon oft von Orks, Trollen und Elben erzählt, als plötzlich die Erde
bebte, das Feuer verlosch. Meine Familie griff zu den Waffen und ich hörte Pfeile von der Sehne
schnellen und dumpfes Kreischen von Stahl auf Knochen. Und ohrenbetäubende Laute, in einer Sprache,
die ich nicht verstand.
Meine Brüder und mein Vater schlugen auf diese großen und widerlichen Teile ein und zählten jeden
gefallenen Feind. Denn bis heute ist bei uns so Sitte, das ein Zwerg nicht an seiner Körpergröße
oder gar an der Länge seines Bartes gemessen wird, sondern an der Zahl seiner erschlagenen Feinde.
Wo jeder Feind durch einen Stein auf eines Zwergen Grab symbolisiert wird.
Als das Metzeln begann
riss mich mein Großvater fort und versteckte mich unter dem Haufen der stinkenden Leichen, die von
meinem Vater auf ihre letzte Reise geschickt wurden. Dann sagte mein Großvater zu mir seine letzten
Worte: "Mein Junge, wenn Du unter den Leichen überleben solltest, nimm das schwarze Pony Deines
Vaters und reite zum Einsamen Berg. Und erzähl was hier geschah. Auf das der Rat dies üble
Geschmeiß verfolgen lässt."
Dann sorgt er dafür das mich keiner sieht, indem er sich seinen langen weißen Bart über die
Schulter warf und zu seiner Doppelköpfigen Schmetterlingsaxt griff. Er hat mir oft erzählt das er
schon bei den ersten Kriegen zusammen mit Elben, Hobbits und auch Menschen zusammen gekämpft hat.
Er gab mir noch, bevor er zu Axt griff, seinen eigenen Siegelring. Damit sie wussten das ich die
Wahrheit spreche und es nicht das Fantasiegebrabbel eines Kindes ist. Mein Großvater und meine
Brüder nahmen die Mutter in die Mitte und teilten nach allen Seiten mächtige Hiebe aus, die selbst
Berge zu Kieseln hätten werden lassen.
Dadurch rettete der alte Mann meinem Vater und einem meiner Brüder fast dreizehn mal den Bart. Denn
was ich später noch erfahren musste, diese komische Horde Orks nahm den toten Zwergen die Bärte ab
und band sie sich als Trophäe an die Arme, um den Hals oder an die Gürtel. Das Pech für meinen
Großvater war ein überdimensionaler großer Fellberg, mit Pfoten, einem ultralangen Schwanz,
feuerroten Augen und Zähnen bis zur Nasenspitze.
Erst später musste ich lernen das diese Dinger
Warge heißen. Eine von diesen Kreaturen war es nämlich, die mein Großvater am Bart nach oben riss
und ihm im Fallen mit den Vorderpfoten das Genick brach. So lag ich unter immer noch blutenden
Leichen, wagte nicht zu schreien, noch den Blick abzuwenden.
Als ich zum guten Schluss sah wie sie ihnen die über Generationen wachsenden Bärte abschnitten
musste ich mir auf die Lippen beißen um nicht zu schreien. Und als der letzte unsere mittlerweilen
Wohnruine, mit den Orkleichen rechts und links, wieder verlassen hatte, wagte ich mich
blutverschmiert und zitternden Beines an die noch im hintersten Eck unserer früher so heimlichen
Höhle stehenden Truhe. Denn mein Vater erzählte mir immer vor dem schlafen gehen: "Dorolin wenn Du
eines Tages ausziehst in die große weite Welt, da hinten steht eine kleine Truhe in der Du alles
finden wirst, was Du für so ein Vorhaben brauchst."
So tat ich wie er immer sagte, belud sein Pferd mit zwei Äxten, einem Sattel, einem Bogen, etwas
gebratenes Fleisch welches ich von den toten Leichen kratzte und jede Menge von diesem süßlichen
Zeug in Flaschen, wo mir die Erwachsenen immer sagten: "Das ist noch nichts für Dich mein Junge,
das ist der Trank der Götter (Met)."
So nahm ich denn alles was ich brauchte, fand den Umhang
meiner Mutter, die Rüstung meines Bruders die mir viel zu groß war und beugte mich über meines
Vaters Pony. "Hör mir gut zu, dein Herr ist tot, ich bin der einzige Sohn der überlebte, trage mich
nun in die Hallen des Einsamen Berges damit unsere Rasse erfährt was hier geschah."
So geschah es nach fast 31 Tagen auf dem Rücken des kleinen, schwarzen Ponys, das ich inzwischen
Schwarzwind nannte, in den äußeren Passanlagen .....
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