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Familie Prachtfuss
Wo genau die Prachtfussens herkommen, weiß niemand mehr so genau. Sie sind einfach irgendwann, vor
zig Generationen, in Oberbühl aufgetaucht. Seitdem leben sie ein angenehmes Hobbitleben, ohne große
Aufregungen oder Sorgen.
Die einzige bekannte Aufregung war „Der Vorfall“, als sich die Brüder Friederich und Fritz
Prachtfuß so sehr um ein Erdbeertörtchen gestritten hatten, daß Friederich mit Frau und Kindern
nach Dachsbauten auswanderte. Zwar vertrugen die Beiden sich bald wieder, aber Friederich blieb
trotzdem in Dachsbauten.
Fritz, der jüngere von den beiden, ist Kesselflicker von Beruf und mit Gerania Hornbläser
verheiratet. Sie haben drei Söhne: Friedegar, Frieder und Friedeweis. Die Kinder machten den Eltern
ein wenig Sorge, denn sie waren allesamt neugierig und sogar abenteuerlustig. Es sorgte in der
Nachbarschaft dann doch für einiges Kopfschütteln, wenn die Kinder lachend aus dem Wald zurückkamen
und begeistert vom Kampf mit einer Ratte erzählten.
Zum Glück sind sie mit zunehmendem Alter ruhiger geworden.
Friedegar, der älteste, trägt eine Augenklappe und hat eine Narbe, die über das rechte Auge
verläuft. Nun hat Friedegar eigentlich kein Problem mit dem Auge selbst. Er ist aber der Meinung,
daß ihn die Augenklappe verwegener aussehen läßt. Die Narbe hat sie sich als Kind bei einem dieser
Kämpfe mit einer Ratte zugezogen.
Friedegar ist 55 Jahre alt und mit Abstand der gewitzteste in seiner Familie, weswegen seine Eltern
Fritz und Gerania ihn immer liebevoll als kleinen Schurken bezeichnen. Auch leiht er sich gerne
Dinge aus und vergißt dann, diese wieder zurückzugeben. Wie sein Vater ist auch er begeisterter
Kesselflicker und versucht alles zu reparieren was irgendwie kaputt aussieht.
Frieder, sein kleinerer Bruder, ist schlanker und durchtrainierter als Friedegar was wohl daran
liegt, daß er als Jäger und Waldhüter viel unterwegs ist. Auch das Alter, er ist gerade erst 47,
mag dabei eine Rolle spielen
Frieder ist für menschliche Maßstäbe ein wenig einfältig und verträumt, für Hobbit-Maßstäbe jedoch
gut genug um den Titel eines Ehren-Landbüttels zu tragen. Er bekam diesen Titel verliehen, weil er
der wohl hilfsbereiteste Hobbit in Oberbühl ist und jedem, wirklich jedem zu helfen versucht. Bis
heute ist unvergessen, wie er Mütterchen Boffins von Bilwissen geklaute Gießkanne
zurückgeholte!
Friedeweis, der jüngste, ist gerade mal 41 und somit gerade mal trocken hinter den Ohren. Er ist
ein wenig ängstlich und schmerzempfindlich, weswegen er sich schon als Kind Schutzkleidung aus
allen möglichen Materialien zusammenbaute. Deswegen beschloß er später Rüstungsschmied zu
werden.
Nun ist der Bedarf an Rüstungen in Oberbühl im Auenland nicht gerade groß, denn abgesehen von ein
paar Bären gibt es nichts wirklich Gefährliches rundherum. Also zieht er seine Rüstungen selber an
und ließ sich zum Wächter ausbilden.
Friederich Prachtfuß, der nach „Dem Vorfall“ mit seiner Frau Gerlinde Pusteblume und seinen beiden
Söhnen nach Dachsbauten ausgewandert war, hat als Bauer viel zu tun und so waren seine Söhne meist
bei ihren Vettern in Oberbühl wo sie seiner Meinung nach allerhand Unsinn aufschnappten.
Friedemann ist der ältere von den beiden und ein höchst ungewöhnlicher Hobbit. Er liest gerne,
musiziert sogar und – was in der Verwandtschaft für so einige Verwunderung sorgt – und er wurde
sogar schon in Schuhen gesehen! Man munkelt das mag daran liegen, daß seine Mutter Gerlinde aus
Stadel stammt und eher vom Umgang mit Menschen geprägt ist.
Friedemann ist 70 Jahre alt und ein unternehmungslustiger Charakter der sogar Abenteuern und Reisen
gegenüber aufgeschlossen ist. Er ist Barde und ständig auf der Suche nach neuen Inspirationen für
neue Lieder und Gedichte. Leider ist er ein wenig vergeßlich, so daß er sich viel zu selten an
seine Erlebnisse erinnern kann um sie noch in Worte zu fassen. Aufgrund eben dieser Vergeßlichkeit
hat er es sich auch zur Angewohnheit gemacht möglichst viel aufzuschreiben, weswegen man ihn in
Dachsbauten gerne spöttisch als „Gelehrten“ bezeichnet.
Friedebald ist sein kleiner Bruder. Er ist 55, ebenso alt wie sein Vetter Friedegar. Friedebald
kocht für sein Leben gern und hilft seinem Vater oft bei der Feldarbeit. Sein Beruf wird das
allerdings nie werden - Friedebald ist mit Leib und Seele Postmeister beim Auenland-weiten
Post-Schnelldienst. Briefe austragen und dabei neugierigen Hobbits aus dem Weg zu gehen ist für ihn
die einzig sinnvolle Beschäftigung. Um besser gegen die in letzter Zeit vermehrt auftretenden Bären
und Spinnen in der Umgebung von Dachsbauten gewappnet zu sein hat er sich kürzlich bei den Grenzern
als Hüter ausbilden lassen. Zusammen mit einer eindrucksvollen Rüstung seines Vetters Friedeweis
sorgt das auch dafür, daß er nicht mehr beim Postaustragen von neugierigen Hobbits belästigt
wird.
Und so geht alles seinen gewohnten Gang.
Oder besser:
Und so hätte alles seinen gewohnten Gang genommen
... wenn nicht Friedebald eines Tages auf dem Postamt in Buckelstadt einen merkwürdigen Brief aus
Archet gefunden hätte. Und so beschlossen die Fünf, doch nochmal der wieder aufkeimenden
Abenteuerlust und Neugier ihrer Kindheit nachzugeben.
Und vielleicht finden sie ja auch heraus, ob die Gerüchte wahr sind und in Stadel tatsächlich noch
mehr Prachtfussens leben…
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